260729 One Core

Ein Kern.
Viele Attraktionen.

Wie aus einer gemeinsamen Technik eine ganze Produktpalette entsteht

Zusammenfassung

Unter dem Namen Spike führt Maurer Rides eine ganze Familie sehr unterschiedlicher Attraktionen: vom interaktiven Spike Racing über den Spike ASM Launch und den Spike Wheelie bis zu den Hochkapazitäts-Coastern Spike Tandem und Spike Train - und mit dem PM360 sogar einen People Mover. Auf den ersten Blick haben diese Produkte wenig gemeinsam. Und doch teilen sie alle denselben technischen Kern: Sie sind keine Einzelstücke, sondern Anwendungen einer durchgängigen Plattform. Diese Plattform ist mehr als eine Bauweise - sie ist die Art, wie bei Maurer Rides neue Produkte entstehen.

 


Was die Produkte verbindet

Der Grundgedanke ist einfach: Die Spike-Produkte basieren auf gemeinsamen Architekturprinzipien, dem patentierten Zahnstangenantrieb, definierten Schnittstellen, einer übergreifenden Steuerungslogik und abgestimmten Modul- und Systemfamilien.

Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt dieselben Bauteile verwendet. Schiene, Antrieb, Fahrzeuggröße sowie Personen- oder Lastträger werden passend zur jeweiligen Anwendung dimensioniert. Gleichzeitig kann überall dort auf bewährte Technologie zurückgegriffen werden, wo sie die Anforderungen des Projekts erfüllt.

Die Differenzierung entsteht durch die konkrete Kombination: im Layout, im Fahrzeug, in den Bewegungsfunktionen, in der Interaktion, in der multimedialen Inszenierung und im Theming. So entstehen individuelle Anwendungen auf einer gemeinsamen technischen Grundlage.


Der Baukasten aus sieben Schichten

Die Spike-Plattform umfasst sieben aufeinander abgestimmte Modulbereiche: Schiene und Stützen, Antriebseinheit, Personenträger, Steuerung und Software-Defined Dynamics, Multimedia, Interaktion sowie Service und Zubehör.

Innerhalb dieser Bereiche stehen Module unterschiedlicher Größe, Funktion und technischer Reife zur Verfügung. Bewährte Module werden eingesetzt, wo sie zur Aufgabe passen. Neue oder projektspezifische Elemente erhalten einen eigenen Entwicklungs- und Nachweisplan. Die vollständige Konfiguration wird anschließend als Gesamtsystem ausgelegt, getestet und abgenommen.


Eine Strategie, die andere Branchen längst nutzen

Plattform-Denken ist keine Erfindung der Freizeitbranche. Im Automobilbau ist es seit Jahren Standard: Hersteller entwickeln einen modularen Baukasten, auf dem ein Kleinwagen ebenso entsteht wie eine Limousine oder ein SUV. Was die Fahrzeuge nach außen unterscheidet - Karosserie, Charakter, Ausstattung - sitzt auf einer geteilten, vielfach erprobten Basis aus Antrieb, Bodengruppe und Elektronik.
Das Ergebnis ist große Vielfalt im Sichtbaren und Verlässlichkeit im Verborgenen - und die Fähigkeit, in kurzer Zeit viele unterschiedliche Modelle anzubieten, ohne den Kern jedes Mal neu zu erfinden. Aus den Modulen entstehen fünf unterschiedliche Anwendungsbereiche: Achterbahnen, Dark und Immersive Rides, Signature Attractions, Personentransport sowie Cargo- und Materialtransportsysteme.


Ein Entwicklungsmotor für neue Produkte

Genau hier liegt der vielleicht unterschätzte Wert einer Plattform: Sie ist nicht nur eine Art, eine einzelne Anlage zu bauen - sie ist ein Motor für neue Produkte. Wer ein völlig neues Fahrgeschäft von Grund auf entwickelt, beginnt jedes Mal beim technischen Kern: Streckendynamik, Antrieb, Steuerung und Fahrzeug müssen neu konstruiert, berechnet und abgesichert werden, bevor überhaupt am Erlebnis gearbeitet wird. Die Entwicklung beginnt mit den Anforderungen der Anwendung. Anschließend werden geeignete Plattformmodule ausgewählt und die projektspezifischen Entwicklungsanteile bestimmt. So kann sich das Engineering früh auf Layout, Integration und die Funktionen konzentrieren, die das neue Produkt auszeichnen.

DDie Entwicklung beginnt mit den Anforderungen der Anwendung. Anschließend werden geeignete Plattformmodule ausgewählt und die projektspezifischen Entwicklungsanteile bestimmt. So kann sich das Engineering früh auf Layout, Integration und die Funktionen konzentrieren, die das neue Produkt auszeichnen. In kurzer Zeit kann damit eine ganze Palette sehr unterschiedlicher Produkte entstehen. Alle teilen denselben technischen Kern - und doch ist jede Anwendung eine andere, vom kompakten interaktiven Coaster bis zum vertikalen Wahrzeichen. Derselbe Kern trägt ein sehr breites Spektrum.

Auf der Plattform beginnt ein neues Produkt nicht bei null - sondern dort, wo es einzigartig wird.

 

Neue Erlebnisse durch neue Kombinationen

Die eigentliche Stärke entfaltet sich, wenn diese Produktvielfalt auf die Modulvarianten der übrigen Schichten trifft. Definierte Schnittstellen eröffnen einen großen Gestaltungsraum. Steuerung, Multimedia und Interaktion können innerhalb der technischen Systemgrenzen auf unterschiedliche Fahrzeug- und Produktkonzepte abgestimmt werden. Jede neue Kombination wird für die konkrete Konfiguration integriert und verifiziert.


In diesem Gestaltungsraum befinden sich Anlagen, die es vorher nicht gab. Ein Coaster, der zugleich Dark Ride ist; ein People Mover, der als Wahrzeichen in Herzform fährt; interaktive Konzepte, bei denen die Gäste selbst ins Fahrgeschehen eingreifen. Solche Weltneuheiten wären als Einzelentwicklung jeweils ein eigenes Großprojekt. Auf der Plattform sind sie eine neue Kombination erprobter Schichten. So wird möglich und bezahlbar, was mit herkömmlichen Methoden nur mit sehr hohem Aufwand zu entwickeln wäre.


Vom Prototyp zur Plattform

Spike-Systeme sind seit 2017 im öffentlichen Betrieb. Weitere Anlagen befinden sich in unterschiedlichen Projekt- und Realisierungsphasen. Mit jedem Projekt wachsen Betriebserfahrung, validierte Anwendungen und das Wissen über die Schnittstellen der Plattform.

Während ein Prototyp vor allem ein neues Konzept validiert, überträgt eine Plattform bewährte Architekturprinzipien, Module und Entwicklungswissen auf weitere Produkte. Neue Funktionen werden dabei klar von bereits erprobten Bestandteilen unterschieden.

 


Fazit

Hinter der sichtbaren Vielfalt der Spike-Produkte steht eine gemeinsame Plattform aus abgestimmten Modul- und Systemfamilien. Sie schafft eine verlässliche technische Grundlage, ohne das Erlebnis oder die Anwendung zu standardisieren.

Neue Produkte können auf bewährten Architekturprinzipien und definierten Schnittstellen aufbauen. Gleichzeitig bleibt jede Konfiguration ein projektspezifisch ausgelegtes und nachgewiesenes Gesamtsystem.

Bewährt im Kern. Individuell in der Anwendung.


Die Spike-Plattform im Detail

Wie die Plattform aufgebaut ist, welche Freiheiten sie eröffnet und wie daraus neue Produkte entstehen, erläutert unser Whitepaper: Whitepaper "Die Spike Plattform" öffnen